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Vorwort In seinem Buch Schwarz-Weiss-Porträt erzählt Angelo Pereira, wie er, fast 40-jährig, als offen schwul lebender Brasilianer in Rio de Janeiro etwas unternahm, das er selbst nicht ganz verstand. Er adoptierte einen kleinen dünnen und schwächlichen Jungen aus dem Waisenhaus zu dem er sich magisch hingezogen fühlte. Was in der Folge passierte ist der Inhalt dieses kleinen, besonderen Buches. Es beschreibt die tausend Überraschungen und Probleme des Autors in seiner neuen Lebenssituation: die Gründung eines familiären Heims, die Zurückhaltung seiner Freunde, die Ablehnung und Entrüstung seiner Familie, die Probleme mit den Behörden, die Erfahrungen mit Ärzten und der Schule, die von allen Seiten auftauchenden Vorurteile, aber auch die Endeckung eines niemals vorher erlebten Gefühls von von Verantwortlichkeit – all das sind Themen, die der Autor in einem Text frei von Rührseligkeiten und Klischees, dafür mit umso mehr Liebe und Stolz erzählt. Alles gespickt mit schmackhaften Kochrezepten, die der Autor selbst erfunden hat! Am Anfang widmet sich dieses Buch der Klärung des komplexen Probleme bei der Adoption, welche heute je mehr desto notwendiger ist. Im Speziellen schildert es die Schwierigkeit der Adoption für nicht herkömmliche Familien, wie es u.a. die schwule Partnerschaft darstellt. Diskret und ohne auf komplizierte Theorien zurück zu greifen, spricht das Buch von Angelo Pereira zentrale Aspekte des Lebensstils und der Herausforderungen unserer Zeit an. Im Bereich von Sexualität und im Familienleben haben in den letzten Jahrzehnten große Veränderungen stattgefunden. Gehörten Sexualität und Familie einst untrennbar zusammen, so erscheinen sie heute weitestgehend autonom. Der Bruch zwischen sexuellen und familiären Erfahrungen hat den Weg zu neuen Formen von Familie und Sexualität freigemacht. Die sexuelle Vielfalt ist heute ein Merkmal der großen Städte. Zugleich unterwirft sich das Bild der Familien nicht mehr ausschließlich den Forderungen der biologischen Fortpflanzung. Wir haben es heute in zunehmendem Maße mit Familien zu tun, die nicht mehr aus der Urzelle des Vaters und der Mutter mit denen von ihnen gezeugten Kindern besteht. Erwartungsgemäß führte dies zu Änderungen im Erleben des Vaterseins. Wenn Angelo Pereira behauptet, dass ein guter Vater zu sein nichts damit zu tun hat, ob man hetero oder schwul ist, dass väterliche Gefühle in ihrer ganzen Fülle auch jenseits der traditionellen Familie erlebt werden können, und er über den Alltag seines, für gewöhnliche Verhältnisse chaotischen Haushalts berichtet, dann experimentiert er nur - auf wahrhaftig avantgardistische Weise - mit den Möglichkeiten unserer Zeit. Als Angelo Pereira den kleinen Pedro Paolo aus dem Waisenhaus holte, hatte er nicht im geringsten vor das Problem der Straßenkinder in den großen Städten Brasiliens zu lösen. Seine Geste war einfach liebevoll und resultierte aus Lebenserfahrungen, deren volle Bedeutung er selber nicht kennt. Im Laufe der Zeit fand er jedoch heraus, dass durch seine Geschichte die Herzen anderer Menschen berührt werden und das dadurch vielleicht andere Kinder gerettet werden könnten. Er erkannte, dass durch sein Bericht hilft, wichtige Änderungen von Mentalität und gegenwärtigen Lebensweisen zu dokumentieren. Das sind die Gründe, weshalb er sich entschlossen hat, dieses Buch zu schreiben, dessen literarische Qualität den Erfolg garantiert. Eduardo Jardim |
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