Häuschen
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Im Frühling 2004 erzählte mir ein guter Freund, dass seine Mutter ihm ein Ferienhäuschen vermachen wolle, er aber kein Interesse daran hätte, weil es für ihn zu weit weg sei.

   
Auf meine Frage, ob das Häuschen romantisch sei, antwortete seine Frau "Ja sehr", und ich antwortete "Gut, dann kaufe ich es."

   
Ein Jahr später, fragte mich mein Freund, ob ich noch Interesse hätte. Im Mai 2005 habe ich dann dieses Häuschen samt Inhalt und allem drum herum gekauft.
   
Seither habe ich schon einige Wochenenden hier verbracht, und meine Schwestern waren auch schon hier. Alle fühlen sich sehr wohl hier. Mein Schwager meinte sogar, der Wasserfall habe ihm die Sorgen aus dem Kopf gewaschen, und er fühlte sich wie bei ihm zuhause in Haiti.

Erst nach 4 Jahren und Internet Recherchen habe ich herausgefunden, wie man die Glasscheibe beim Cheminee-Ofen reinigt: Mit nassem Zeitungspapier, das man kurz in die Holzasche tupft. Was habe ich vorher wie blöd gerubbelt! Jetzt erinnere ich mich auch, dass mein Nachbar mir das mal auf Italienisch erklärt hat, nur kapiert hatte ich es nicht.

   
Ich möchte, dass dieses Häuschen so oft wie möglich bewohnt ist, und dass meine Verwandten, Freunde und Bekannten hier Ferien machen, wenn ich selbst nicht hierher kommen kann.

Ich denke, dass viele Gäste immer wieder kommen werden, wenn sie einmal hier waren, bin mir aber auch bewusst, dass ich es mit diesem Häuschen nicht allen recht machen kann, weil es eben sehr einfach ist.

   
Meine Partnerin Elisangela und diese Bettcouch haben etwas gemeinsam: wenn sie einmal flach liegen ist es sehr schwierig sie wieder aufzustellen. Bei der Couch muss man darauf achten, dass beim Aufstellen alle Beine am Boden bleiben, so dass beim Zusammenschieben der hintere Teil unter den vorderen rutscht. Bei Elisangela geht es nicht anders als abwarten bis sie von selbst wieder aufsteht.

   
 

   
Einen Fernseher hat es jetzt keinen mehr, weil ich keinen will und auch keine Gebühren bezahlen will. Dafür hat es jetzt einen alten Computer mit ein paar alten Filmen.
   
   
Auf dieser Feuerstelle grillieren wir mit den dürren Ästen, die wir im Garten finden. Das  gesägte Holz sparen wir, um drinnen in der kalten Jahreszeit zu heizen.
   
   

Das Häuschen befindet sich zwischen Bellinzona und Locarno am Rand der Magadinoebene, fünf Minuten zu Fuss von einer Bushaltestelle entfernt.

   
Mein Häuschen erinnert mich manchmal an das Kinderbuch "Der Xaver und der Wastl". Als ich das meiner Schwester erzählte, sagte sie, sie habe dieses Buch noch. Jetzt ist es im Häuschen, und wenn ich es lese, stelle ich fest, wie stark dieses Kinderbuch mein Leben beeinflusst hat.